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4/5/2015  
Pilgerfahrt aus der Sicht der Überlieferungen

 
Pilgerfahrt aus der Sicht der Überlieferungen

Pilgerfahrt (Besuch eines Heiligen) bedeutet eine Zuneigung zu einer heiligen und spirituellen Persönlichkeit, von der Nähe oder aus der Ferne. Theologish gesehen, heißt das Pilgern eine Zuneigung, die außer emotionellen Erschütterungen auch die herzlichsten Gefühlen für den Heiligen mit sich bringt. Aus diesem Grund soll dieser heilige Besuch (Pilgern) mit der seelischen und logischen Verbundenheit vorkommen. Auf höherer Ebene kommt dies mit einer speziellen geistlichen, herzlichen sowie moralischen Achtung zusammen. Zweifelsohne ist das Pilgern der effektivste Weg zur Kenntnis und einer seelischen Verbundenheit. Mit der Präsenz der Besucher im Schrein wird die Pilgerfahrt wahr. Aber im Grunde ist diese Reise nicht weltlich und man wird nicht eine echte Verbindung erlangen, es sei denn, man kenne richtig seinen Imam. Pilgern hat seine religiösen und wissenschaftlichen Wurzeln und spielt zur Festigung der Glaubenssäulen eine wichtige Rolle. Für den Pilger wird sein Glaubensbasis wieder definiert. Daher schlugen Großdenker des Islam und Wissenschaftler sowie Unfehlbare mehrmals das Pilgern vor. Hier sind einige Überlieferungen:
Seyyed Abdul Ali Sabsewari sagt in seinem Buch Muhasebul Ahkam: „Die Fitwa zur Dringlichkeit des Pilgern ist nicht immer möglich, aber dessen Vorzug ist aus vielen religiösen Unterlagen der Schiiten und Sunniten sowie aus zahlreichen Überlieferungen zu entnehmen.“
Imam Reza sagt auch: „Jeder Imam hat ein Recht bei seinen Anhängern und Freunden. Eine gute Erfüllung dieser Rechte liegt darin, sein Grabmal zu besuchen. Wer mit Liebe und Begierde sie besuche und was ihnen gefällt zustimme, werden die Imame am Jüngsten Tag um Vergebung ihrer Sünden bei dem Herrn beten.“
Imam Baqir (a) sagt auch diesbezüglich: „Wer die Grabstätte von Muhammed und den edlen aus seinem Hause besucht und somit seine Beziehung zu ihnen pflegt, dem werde Gott all seinen Sünden vergeben, als hätte er niemals eine Sünde gehabt.“
Warum eigentlich ist der Pilgerbesuch bei den Imamen so beliebt?
Der wichtigste Grund, warum Muslime so sehr zu Pilgern angespornt wurden, ist wegen der Folgen des Pilgerbesuches. Diesbezüglich ist das Testament vom Propheten des Islam gerichtet an Abusar ein gutes Beispiel: „Abusar! Ich hinterlasse dir einen Rat. Möge Gott dich begnaden, falls du dich daran festhältst.. Gehe und besuche die Gräber, damit du dich häufig an das Jenseits erinnerst.“ Oder er sagt anderswo: „Wenn du die Gräber aufsuchst, grüße sie! Dadurch wird ihr Schicksal eine Mahnung für dich sein.“Außerdem ist das Pilgern ein Mittel zur Vertiefung der Liebe zu den Heiligen und anderen Gläubigen, was wiederum großzügig belohnt wird. Zu den anderen Vorteile des Pilgern zählen das Erlangen von Würde und Selbstüberprüfung. Eine Selbst-Veredlung und die Vorbereitung der Seele zur wahren Kenntnis vom Gott und seinen Gesandten ist das Endziel eines Pilgerns. Somit wird der Geist aus dem Gefängnis des weltlichen Körpers befreit und wird in den Himmeln fliegen. Die Freunde Gottes und die heilige Persönlichkeiten waren in ihrer Lebzeiten ein Gottes Segen und das werden sie auch nach ihrem Tod bleiben. Vielmehr werden sie mehr Segen übermitteln, weil sie eine hörere Stufe im Jenseits erreicht hatten.

Notwendigkeit der Pilger-Rituale
Zweifelsohne hat alles seine eigene Manieren, durch deren Beachtung der Tat ewig wird und mehr an Wert gewinnt. Andererseits bleibt die Schönheit der Handlung bewahrt, wenn auf Sittsamkeit geachtet wird. Diese Regelung trifft sowohl auf spirituelle und mataphysische auch auf die weltliche Verhältnisse zu; Jedoch wird deren Notwendigkeit vielmehr bei spirituellen Verhältnisse verspürt. Aus diesem Grund werden in religiösen Zusammenhängen einige Rituale genannt. Es ist klar, dass die Tugend durch richtige Beachtung all ihrer Grenzen mit Feinheiten und Nuancen vervollständigt wird. Erst dannwird man die Tugend im wahrsten Sinne des Wortes vervollständigt. Zumal ist die Festhaltung an moralischen Tugenden eine angenehme menschliche und religiöse Eigenschaft. Wer diesem Punkt bei der Pilgerfahrt eine große Achtung schenkt, dem wird ein großzügigere Belohnung zuteil. Dabei gelten auch kleine Hinweise, deren Beachtung eine größere Kenntnis hervorbringt. Pilgern (Siarah) ist eine Art Hidschra (Wanderung). Der Pilger wandert im Grunde zum Gott und seinem Propheten. Wer eine Pilgerfahrt vorhat, bereitet sein Herz und Seele für diesen Besuch vor. Er macht eine Wanderung und reist in eine völlig andere Umgebung..Daher soll man sich von seiner bisherigen Umgebung trennen und sich mit dem Ziel eines Hidschra (Wanderung) auf dem Weg machen, was mehrmals bei den Pilgerbüchern vorgekommen ist. Beim Besuch unseres lieben Propheten sagen wir zum Beispiel: „Oh! Du der liebe Prophet! Ich bin als Einwanderer zu dir gekommen und erfülle dabei das Recht, was Gott mir bedingt machte.“ Die Natur der Wallfahrt ist verschieden von anderer Reisen. Deswegen haben die Geistliche besondere Bücher in diesem Zusammenhang verfasst, damit sie uns mit den Sitten einer Pilgrfahrt näher machen. Sie versuchten, uns mitzuteilen, dass die Eigenschaften solcher Reise mit dem Verlauf der Reise übereinstimmt und wenn man eine fruchtbare Wallfahrt verlange, muss man erst seine Absicht korrigieren. Deshalb erscheint ein gutes Wissen in diesem Bereich nötig zu sein. Pilgerbesuche sehen äußerlich gesehn wie normale Reisen aus, haben aber eine völlig andere Natur. Bei Urlaubsreisen denkt man mehr an Erfrischung und eine tiefe Entspannung. Natürlich wird man diesen Zweck erzielen und wird wieder in sein normales Leben zurück. Das gilt auch für die spirituellen Reisen. Pilgern ist ein guter Start für eine verstärkte Grundlage des Glaubens und beseitigen jede Art von seelischen Quallen und Hindernisse auf dem Wege zur Vervollkommnung. Dadurch erzielt man eine stille Seele.. Genau wie man beim Urlaub sich von Abhängigkeiten befreien müsste, um die pure Nature genießen zu können, müsste man auch bei spirituellen Reisen dies beachten und sich von seinem „Ich“ zu befreien und von materiellen und weltlichen Vorzügen fernhalten, um den puren Genuß solcher Reise erleben zu können. Die Folge einer jenseitigen Reise ist ein nährerer Kontakt mit Gott und die Befreiung von aller Quallen, die das „Ich“ hervorbringt. Somit ist Pilgern angenehm. Die Sitten einer Pilgerfahrt deuten alle von einer Phase, in der man hörere spirituelle Stufen erreicht wird; Nämlich das Befinden in der Nähe Gottes. Wenn man nicht gut vorbereitet ist, ist diese Reise nur eine Geldverschwendung und Zeitverlust und ist überhaupt nicht fruchtbar. Der Pilger soll sich mit herzlicher Zuneigung und Durchführung aller Rituale dem Imamat annähern, um dann sich in die Lage zu versetzen, Wilayat (Glaube an Herrschaft der Imame und Liebe zu denen )zu erkennen und sich damit zu verknüpfen. Mann müsste sich dann im Schatten der Imame Schutz nehmen und somit von Gefahren und Entgleisungen verschont bleiben. Wir lesen: „Zu euren Besuch bin ich herangerannt und Schutz genommen habe ich bei euren heiligen Grabstätten..“
Diejenige Pilger, die sich nicht richtig mit den Ritualen der Pilgerfahrt auskennen, denen ist eine nahe Verbindung und eine vollendete Ernte der Segen, weniger möglich. Diejenigen, die sich in Innenhöfen, Portiken, sowie in heiligem Schrein befinden, jedoch nicht an das eigentliche Tor klopfen, sind den Hungernden ähnlich, die aus der Ferne zu einem Garten kommen, aber um die Umgebung herum kreisen und nicht um die Erfüllung ihrer Bedürfnisse bitten.
Tugenden helfen wir also, die Präsenz der Heiligen und die wahre Bedeutung des Lebens wahrzunehmen, die Botschaft Gottes zu merken und dann die spirituelle Bewegung zu beginnen und sie im Zuge des Besuches erfolgreich zu vollenden.
 
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