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2/2/2014  
Abgrundtiefe Bosheit

 
Abgrundtiefe Bosheit

1. Persönlichkeitsterror
Obwohl der Kalif gezwungen war, dem Anschein nach freundlich zu sein, war sein ganzes Verhalten erfüllt von Bosheit; er dachte permanent daran, wie er dem Imam schaden konnte und dabei unterließ er keine Mühe.
Ibn Abi Dawud sagte zu seinen Freunden: „Der Kalif beabsichtigt Abu Dschafar bei seinen Anhängern zu verunglimpfen, ihn als Trinker und Frauenheld darzustellen. Was meint ihr? Die anderen erwiderten: Damit werden die Zeugen der Schiiten vernichtet werden. Einer unter ihnen erhob sich und sagte: Spione unter den Schiiten brachten mir die Nachricht, dass die Schiiten glauben: Zu jeder Zeit muss ein Zeichen Gottes vorhanden sein und wenn die Regierung jemanden, der eine solche Stellung unter den Schiiten hat, belästigt, wird das zum Beweis dafür gehalten, dass diese Person im Recht und er das Zeichen Gottes ist.“
Ibn Abi Dawud berichtete anschließend dem Kalifen von der Sitzung und sagte: „Heute kann man diesen Menschen nichts tun und keine List anwenden. Lasst Abu Dschafar einfach in Ruhe!“ Interessanterweise ist der Imam nach all den Intrigen zum Schwiegersohn des Kalifen geworden.
2. Verletzung und Verleumdung der wissenschaftlichen Persönlichkeit
Der Kalif bediente sich eines weiteren Mittels, um das Ansehen des Imam zu besudeln. Dazu veranstaltete er Diskussionen, um einen Schwachpunkt beim Imam zu finden. Diese schmutzige Taktik hatte er schon bei Imam Reza angewandt. Zu Hamid bin Mehran, der mit Imam Reza einen Disput aufnehmen wollte, sagte der Kalif: „Für mich ist nichts lieber als zu sehen, wie das Ansehen des Imam sinkt und besudelt wird.“ Zu Suleiman Marwzi sagte er: „Ich schicke dich in den Disput mit Imam Reza, da ich deine wissenschaftliche Größe weiß. Ich habe kein anderes Ziel, als dass du den Imam übertrumpfst, sei es auch nur in einem Punkt.“
Bei allen Disputen gingen natürlich Imam Reza und Imam Dschawad als Sieger hervor. Ma`mun und seine Hofgelehrten konnten sich nur grämen und erzürnen. Einer dieser Dispute betraf die Fragen von Yahya bin Akssam, die er bei einer Brautwerbung stellte und die zu einem Skandal für den Hof führten.
Yahya fragte: „Wer zur Zeit des Pilgerns (Ehram) auf Jagd geht und seine Beutet tötet, wie muss gegen ihn verfahren werden?“
Imam Dschawad antwortete:

„1. Ist das Vergehen im Bezirk des Pilgerns oder außerhalb begangen worden?
2.War die Person über die Sachlage informiert oder nicht?
3. Wurde die Tat absichtlich begangen oder aus Versehen?
4. War die Person ein Sklave oder ein freier Mensch?
5. War die Person mündig oder minderjährig?
6. Wurde das Vergehen zum ersten Mal begangen oder war es eine Widerholungstat?
7. War die Beute ein Vogel oder ein anderes Tier?
8. War die Beute groß oder klein?
9. Hat die Person auf dem Vergehen bestanden oder zeigte sie Reue?
10. Wurde am Tag oder in der Nacht gejagt?
11. Befand sich die Person in der Omreh-Pilgerfahrt oder der Pflicht-Pilgerfahrt?“
Yaha war ganz verwirrt und konnte nichts erwidern. Der Kalif wollte dann, als sich die Menge zerstreute, vom Imam die Antworten wissen.
Der Imam sagte:
1. Wenn der Pilger außerhalb des Pilgerbezirks jagt und die Beute tötet und die Beute ein großer Vogel ist, muss er als Buße ein Schaf zahlen.
2. Wenn die Beute die gleichen Eigenschaften hat, die Jagd aber innerhalb des Pilgerbezirks stattfand, dann muss er zwei Schafe Buße zahlen.
1. Sollte es sich bei der Beute um ein Küken handeln und das Jagen außerhalb des Pilgerbezirks geschehen sein, muss ein Schaf, das seit kurzem nicht mehr Milch trinkt, als Buße gezahlt werden.
2. Wenn das gleiche Küken im Pilgerbezirk gejagt wird, muss ein Schaf, das seit kurzem keine Milch mehr trinkt, plus der Preis für das gejagte Küken gezahlt werden.
3. Wenn die Jagdbeute ein anderes Tier, z.B. ein Zebra ist, muss eine Kuh als Buße gezahlt werden.
4. Wenn die Beute ein Strauß ist, muss ein Kamel als Buße gezahlt werden.
5. Wenn die Beute ein Reh ist, muss ein Schaf als Beute gezahlt werden.
6. Wenn die Beute eines dieser drei Tiere ist und die Jagd im Pilgerbezirk geschehen ist, muss die genannte Buße verdoppelt werden.
7. Wenn ein Unmündiger ein Vergehen begeht, das mit Buße behaftet ist, und falls das Vergehen zum Pilgerzeitpunkt ist, muss in Mena ein Opfer gebracht werden, und falls es die Zeit des Omreh-Pilgerns ist, muss ein Opfer in Mekka gebracht werden.
8. Es ist egal, ob der Jäger sich über die Sachlage auskennt oder nicht, wenn er absichtlich gejagt hat, dann muss er Buße zahlen und hat auch eine Sünde begangen; sollte die Jagd aber unabsichtlich geschehen sein, dann gilt das nicht als Sünde.
9. Wenn eine freie Person Buße zahlen muss, dann muss er sie selbst bezahlen, bei einem Sklaven muss das der Eigentümer tun.
10. Wenn ein Unmündiger ein Vergehen begeht, muss er keine Buße zahlen, aber ein Mündiger, der ein Vergehen begeht, muss die Buße zahlen.
11. Wenn die Person, die das Vergehen begangen hat, Reue zeigt, wird ihn keine Strafe im Jenseits erwarten, wenn er aber auf dem Vergehen besteht, wird er auch im Jenseits bestraft werden.“
Danach stellt Imam eine Frage, die Yahya bin Akssam nicht beantworten kann. Als der Imam selbst die Antwort gibt, steht der Kalif auf und sagt: „Ich Schändlicher! Diese Familie ist euch in Wissen weit überlegen und das geringe Alter verursacht keine Wissenslücken. Wisst ihr denn nicht, dass der Prophet seinen Aufruf bei Imam Ali –gegrüßt sei er- begonnen hat, da war er zehn Jahre alt und in diesem Alter hat er sich zum Islam bekannt. Der Prophet Gottes nahm die Loyalität von Hassan und Hussein an, obwohl sie weniger als sechs Jahre alt waren und obwohl der Prophet keinen Kindern die Gefolgschaft abnahm…“
Danach heiratete der Imam die Tochter des Kalifen und blieb selbst für eine Weile beim Kalifen. Dann bat er ihn um Entlassung und begab sich zur Pilgerfahrt nach Mekka; von da aus besuchte er die Stadt Medina und blieb bis zum Tod von Ma`mun 218 im Mondkalender in dieser Stadt und bildete Schüler aus.

Ära von Mo`tasem
An einem Donnerstag, den 17. Des Monats Radschab bzw. Schaaban 218 im Mondkalender bestieg Mo`tasem mit dem Tod des Bruders Ma`mun den Thron. Nachdem er seine Herrschaft relativ etabliert hatte, rief er nach Imam Dschawad. Dazu schrieb er seinem Statthalter in Medina, Mohammad bin Abdulmalek: Lade Abu Dschafar und Omm-e Fazl in meinem Namen ein und schicke sie respektvoll nach Bagdad. Der Kalif gab auch ein Schreiben an Ali bin Yaghtin und beauftragte ihn mit der Reiseausrüstung des Imam. Damit sah sich der Imam vor seiner letzten Reise.
Ismail bin Mehran sagte: „Bei der ersten Reise, bei der Imam Dschawad Medina verließ, sagte ich: Mein Herr, ich bin besorgt um euch. Was müssen wir nach euch tun und wer ist der Imam nach euch? Der Imam lächelte und sagte: Was du in Gedanken hast, ist nicht in diesem Jahr.“
Bei der zweiten Reise des Imam, die nach Bagdad führte, wiederholte ich meine Sorge. Der Imam weinte als Antwort derart, dass sein Bart ganz nass wurde und sagte: „Das ist eine gefährliche Reise und die Führung (Imamat) wird nach mir mein Sohn Ali übernehmen.“
Auch diesmal wurde der Imam mit Respekt und in Ehren in die Stadt gebracht, um den Schein zu wahren. Ihm wurde in der Nähe des Palastes ein Quartier zur Verfügung gestellt. Auch hier hat das Wissen des Imam alles, auch den Kalifen selbst, überschattet. So wurde gewollt oder ungewollt auf praktische Weise für den Imam geworben. Die große Sorge um die hohe Stellung des Imam ist später aus den Worten von Abi Dawud zu entnehmen. Auch der neue Kalif veranstaltete Diskussionsrunden mit dem Imam, um dem Anschein nach das Wissen des Imam zu nutzen; da aber der Imam stets überlegen blieb, entstanden auch gewisse Feindseligkeiten gegen den Imam.
In einer Auslegung des Zarghan heißt es: „Ibn Abi Dawud kam traurig vom Kalifen, Mo`tasem zurück. Ich fragte ihn nach dem Grund. Er sagte: Der Sohn Rezas hat uns heute vor dem Kalifen blamiert. Man brachte einen Dieb zum Kalifen; dieser befahl, ihm die Hand abzuhacken. Der Kalif fragte mich, wo die Hand abgeschnitten werden soll? Ich sagte: Von der Schulter ab. Manche waren mit mir einverstanden, andere meinten aber, die Hand müsse vom Ellbogen abgeschnitten werden. Jeder begründete seine Ansicht. Dann fragte der Kalif den Imam: Was meinst du? Er sagte: Die Anwesenden haben es schon gesagt. Der Kalif antwortete: Ich interessiere mich nicht für die Aussage der anderen. Was meinst du? Nach einigem Hin und Her und nachdem der Kalif den Imam beschwor, sagte dieser: Man solle ihm die vier Finger abschneiden und die Handfläche soll bleiben zum Beten. Dafür erbrachte er auch einige Gründe, die wir nicht widerlegen konnten. Mich überkam ein Gefühl, als ob der jüngste Tag angebrochen wäre. Ich wünschte mir, vor 20 Jahren gestorben zu sein, ohne einen solchen Tag miterleben zu müssen.
Drei Tage später begab sich Ibn Abi Dawud zum Kalifen und sagte: Es ist meine Pflicht, gegenüber dem Kalifen Wohlwollen zu haben; was vor einigen Tagen geschehen ist, ziemte sich nicht dem Thron des Kalifen. Denn der Kalif bestellte in einer Frage, die ihm schwierig erschien, die Gelehrten seiner Zeit und fragte sie im Beisein von Ministern, Schriftstellern, Statthaltern und Schülern um ihren Rat. Doch der Kalif hat einen Mann dazu befragt, den die Hälfte der Welt als Führer und Imam und den Kalifen als Aggressor ansehen, und seine Ansicht über die der anderen Gelehrten gestellt. Das hat sich unter den Bürgern herumgesprochen und wurde für die Schiiten ein Beweis.
So verbanden sich die Hetze von Ibn Abi Dawud mit dem tiefen Hass der Bani-Abbas und deren Kalifen gegen die Imame; der Abbassiden-Kalif beschloss den Tod des Imam. Mit den Worten von Abi Dawud lief er rot an und sagte: Gott möge dir Segen schenken; du hast mir die Augen geöffnet. Dann rief der Kalif einen Schriftsteller zu sich und befahl ihm den Imam in sein Haus einzuladen und ihn dort zu vergiften, was dieser auch tat.
Der Imam, der niemals zu solchen Festen ging, ließ sich schließlich überreden, und nahm daran teil. Mit dem ersten Bissen bemerkte er die vergiftete Speise und erhob sich. Der verfluchte Gastgeber beharrte auf seinem Bleiben. Der Imam erwiderte aber: Mit dem, was du mir angetan hast, ist es besser, dass ich nicht weiter in deinem Haus verweile. Der Imam kehrte heim und litt den ganzen Tag und die Nacht darauf, bis er den Märtyrertod fand.“
Ghotb-e Rawandi schrieb: „Imam Mohammad Taqi fand am Abend jenen Tages den Märtyrertod. Zuvor sagte er: Ich werde heute Abend sterben. Wir aus dem Hause des Propheten werden, sobald Gott uns nicht mehr auf der Welt haben möchte, von ihm zu sich gerufen.“
Über den Märtyrertod des Imam sind weitere Versionen vorhanden:
1. Manche Berichte gehen davon aus, dass Omm-e Fazl den Imam vergiftet hat. Mo`tasem wusste, dass seine Tochter vom Imam kein Kind bekommen habe und sie über ihn zornig sei, deshalb habe er sie gehetzt, damit sie den Imam mit Trauben vergifte.
2. Andere Berichte besagen, dass Mo`tasem seinen Armeebefehlshaber Aschnas mit einem vergifteten Getränk zum Imam schickte; dieser wollte es nicht trinken, Aschnas bestand darauf und so wurde der Imams schließlich vergiftet.

Ali Al-Naqi am Sterbebett
Der Vater zitierte in dem Buch Basaer-ul Daradschat einen stetigen Begleiter von Imam Ali Al-Naqi: „Imam Dschawad hielt sich in Bagdad auf, als ich eines Tages Imam Ali Al-Naqi in Medina besuchte. Er war noch ein Kind und las von einer Tafel ab. Plötzlich änderte sich sein Verhalten. Er stand auf, ging ins Haus und plötzlich hörten wir lautes Weinen aus dem Inneren. Eine Weile später kam der Imam aus dem Haus und wir fragten ihn, was geschehen sei. Er sagte: In dieser Stunde ist mein Vater verstorben. Ich fragte: O Sohn des Propheten, woher habt Ihr das gewusst?
Er sagte: Ich habe mich durch Gottes Hand plötzlich anders gefühlt, so wie es bisher noch nie geschehen war. Ich wusste, dass mein Vater den Märtyrertod gefunden hat und die Führung, das Imamat, auf mich übertragen wurde. Wenig später kam die Nachricht, dass Imam Dschawad den Märtyrertod gefunden hat.“
N anderen Berichten heißt es, dass Imam Ali Al-Naqi –gegrüßt sei er- durch eine Art Telekinese (Teyyul Arz) nach Bagdad kam, den Vater der rituellen Waschung unterzog, ihn in das Totentuch einwickelte und dann nach Medina zurückkehrte.

Die Baiʿa mit Imam Reza –gegrüßt sei er
Scheich Sadugh erzählt, berufend auf ein korrektes Hadith: Als Imam Reza nach Merv kam, schlug ihm Ma´mun vor, die Herrschaft und das Kalifat zu akzeptieren. Der Imam weigerte sich; es wurde lang verhandelt, etwa zwei Monate. In der ganzen Zeit lehnte der Imam den Vorschlag des Kalifen ab.
Scheich Mofid ergänze seine Berichte wie folgt: Als Ma`mun den Imam unterrichten ließ, dass er sein Kalifat ablegen und es ihm überlassen wolle, lehnte der Imam das ab. Er sagte: Ich rufe dich auf, Schutz bei Gott zu suchen, du Herr der Gläubigen, vor dem, was du sagt und davor, wer das hört. Ma`mun schickte eine weitere Botschaft zum Imam: Wenn du nun das Kalifat ablehnst, so musst du aber als Thronfolger das Amt übernehmen. Der Imam lehnte auch dies ab. Ma`mun rief den Imam zu sich und sagte im Beisein von Fazl bin Sahl und zwei weiteren Personen: Ich möchte die Herrschaft über die Muslime euch überlassen und mich dieser Verantwortung entbinden. Imam Reza antwortete: Fürchte dich vor Gott, denn ich habe nicht die Macht dazu. Ma`mun erwiderte: Dann ernenne ich dich zu meinem Nachfolger. Der Imam: O Herr der Gläubigen. Entbinde mich dieser Verantwortung. Ma`mun drohte dem Imam stillschweigend und sagte: Omar bin Khatab hat das Kalifat in Form eines sechsköpfigen Rates aufrechterhalten. Ein Mitglied dieses Rates war dein Ahne Ali Bin Abitaleb, der die Bedingung stellte, alle zu enthaupten, die einen Fehltritt taten. So seid Ihr nun gezwungen meine Nachfolge anzutreten und mir bleibt keine andere Wahl. Imam Reza sagte: Ich akzeptiere euren Wunsch, mich als Thronfolger zu ernennen. Aber meine Bedingung ist, dass ich weder Befehle erteile, noch jemanden von etwas abhalte, keine Fatwas ausstelle und niemanden beurteile. Ich werde weder jemanden ernennen, noch absetzen oder verändern. Ma´mun akzeptierte diese Bedingungen.
Mofid setzt fort: Scharif Abu Mohammad Hassan bin Mohammad erzählte von seinem Ahnen, Musa bin Salameh, der berichtete: Ich und Mohammad bin Dschafar waren in Khorassan. Dort sagte eines Tages Zolriyasateyn: Welch erstaunlicher Tag! Fragt mich, was ich gesehen habe? –Was denn? Er sagte: Ma´mun habe zu Ali bin Musa Al-Reza gesagt, er wolle die Führung der Muslime und das Kalifat ihm überlassen und seine Last auf ihn übertragen. Doch Ali bin Musa Al-Reza sagte: O Herr der Gläubigen. Ich habe nicht die Macht und Geduld dazu.
Ich habe noch nie ein so wertloses Kalifat gesehen wie diese. Ma´mun wollte es abgeben und Imam Musa wollte es nicht annehmen.
Scheich Mofid schrieb weiter: „Eine Gruppe von Historikern hat berichtet: Als Ma`mun sich entschloss, das Kalifat an Imam Reza weiterzugeben, rief er Fazl bin Sahl zu sich und unterrichtete ihn von seiner Entscheidung. Er befahl ihn mit seinem Bruder, Hassan bin Sahl, zu sich. Beide gingen dann zum Kalifen. Hassan übertrieb mit den Folgen dieser Entscheidung des Kalifen. Ma´mun sagte: ich habe Gott den Eid geschworen, das Kalifat dem besten Menschen aus dem Hause von Abu-Taleb zu überlassen, wenn ich meinen Bruder Amin besiegen kann, und das ist der erhabenste Mensch auf Erden. Hassan und Fazl sahen die Entschlossenheit des Kalifen und widersprachen ihm nicht. Ma´mun schickte sie dann als Gesandte zu Imam Reza, um ihm die Botschaft der Thronfolge zu übermitteln. Sie überbrachten die Botschaft, der Imam verweigerte die Annahme des Kalifats. Hassan und Fazl bestanden auf dem Vorschlag, bis schließlich der Imam einwilligte. Die Gesandten kehrten zum Kalifen zurück und berichteten ihm, dass Imam Reza den Vorschlag angenommen habe. Ma´mun freute sich über die Entwicklung.
Abolfaradsch Esfahani hat in der Ergänzung zu seinen Schriften diese Geschichte genau so berichtet und dazu erwähnt: Ma´mun schickte Fazl und Hassan zu Ali bin Musa. Die beiden unterbreiteten den Vorschlag von Ma´mun, aber der Imam nahm ihn nicht an. Die beiden bestanden auf ihrem Vorschlag, bis sie schließlich dem Imam drohten: wenn du das Kalifat annimmst, dann ist es gut, wenn nicht werden wir dich töten. Einer sagte: Bei Gott! Ma´mun hat mich beauftragt, dich zu köpfen, wenn du dich widersetzt.
Erzähler: Auf den nächsten Seiten werden wir darüber berichten, wie Hassan bin Sahl sich vor der Baiʿa mit Imam Reza und nach der Baiʿa in Bagdad und Madaen aufhielt. Als er dann beschloss, Imam Reza die Hand zur Baiʿa zu geben, wurde er von Ma´mun zurück nach Khorassan gerufen; als dann der Treueschwur vorbei war, reiste er wieder von Khorassan in den Irak.
Scheich Mofid schrieb: Ma´mun veranstaltete am Donnerstag eine Sitzung für seine engen Vertrauten. Fazl bin Sahl verließ die Sitzung und gab öffentlich bekannt, dass Ma´mun beschlossen habe, die Thronfolge Ali bin Musa zu überlassen, er habe ihn Reza genannt; alle sollen ein grünes Gewand anziehen und sich am nächsten Donnerstag am Hofe von Ma´mun versammeln und eine Summe in Höhe eines Jahresgehaltes von ihm erhalten. Als der Donnerstag kam, kamen die Bürger aus allen Gesellschaftsschichten in grünen Gewändern zum Palast von Ma´mun. Ma´mun ließ sich nieder und für Imam Reza wurden zwei große Kissen gebracht, so dass sein Sitzplatz sich dem von Ma´mun anschloss. Der Imam trug ebenfalls ein grünes Gewand und einen Turban auf dem Kopf, in der Hand hielt er ein Schwert. Dann befahl Ma´mun seinem Sohn Abbas als Erster dem Imam die Hand der Gefolgschaft, der Baiʿa, zu geben. Der Imam hob den Arm, so dass die Handfläche zur Menge gerichtet war. Ma´mun sagte: Öffne deine Hand für die Baiʿa! Imam Reza erwiderte: Der Prophet hat auf diese Weise die Gefolgschaft der Bürger empfangen. Danach gelobten die Menschen dem Imam die Gefolgschaft und Loyalität und legten ihre Geldbeutel vor. Dichter und Rhetoriker sprachen und dichteten über die Vorzüge und Eigenschaften von Imam Reza und den Dienst, den Ma´mun Imam Reza geleistet haben soll. Dann rief Abu Ebad, ein Minister von Ma´mun und der Verfasser der Geheimbotschaften am Hof, den Sohn von Ma´mun, Abbas, zu sich. Abbas erhob sich, ging zu seinem Vater und küsste seine Hand. Ma´mun befahl ihm, sich zu setzen. Dann rief man nach Mohammad bin Dschafar. Fazl bin Sahl sagte: Steh auf! Mohammad bin Dschafar erhob sich, ging zu Ma´mun und blieb dann stehen; er weigerte sich die Hand von Ma´mun zu küssen. Ihm wurde gesagt: Schreite vor und nimm deine Belohnung in Empfang! Ma´mun rief ihm zu: Abu Dschafar, kehre an deinen Platz zurück. Er kehrte zurück. Dann rief Abu Ebad jeden einzelnen der Alawiten und Abbassiden zu Ma´mun, die dann ihre Belohnung erhielten. Das ging so weiter, bis alle Gaben verschenkt waren. Dann sagte Ma´mun zu Imam Reza: Halte eine Ansprache zum Volk und sprich zu ihnen. Imam Reza erhob sich, lobte zu Beginn Gott und sagte: „Ihr habt durch den Propheten Gottes ein Recht auf unsere Dienste und wir haben durch den Propheten Gottes ein Recht auf euch. Wenn ihr unser Recht gewährleistet, wird euer Recht bei uns auch heilig sein.“ Bei dieser Angelegenheit soll der Imam nichts Weiteres gesagt haben.
Scheich Sadough zitierte in Oyun Al-Akhbar wa Amali Hussein bin Ahmad Beyhaghi, der von Mohammad bin Yahya Souli und der wiederum von Hassan bin Dschaham erzählt habe, dass dieser von seinem Vater gehört habe, dass Ma´mun zu Imam Reza ging, um ihm die Hand der Baiʿa zugeben. Dann sagte er: Ihr Menschen! Die Baiʿa mit Ali bin Musa bin Dschafar bin Mohammad bin Ali bin Hussein bin Ali bin Abi-Taleb ist euch nun zur Pflicht geworden. Bei Gott! Wenn Taubstumme diese Namen hören würden, sie würden alle auf Gottes Geheiß Heilung finden.
Tabari schrieb: Ma´mun hat Ali bin Musa bin Dschafar bin Mohammad bin Ali bin Hussein bin Ali bin Abi-Taleb zu seinem Thronfolger und Imam der Muslime nach sich ernannt, er hat ihn Reza aus dem Hause des Propheten genannt und dem Heer befohlen, die schwarzen Gewänder auszuziehen und grüne zu tragen. Diese Nachricht verbreitete er im ganzen Land. Das geschah am Dienstag, den zweiten Ramadan im Jahr 201 im Mondkalender.
Sadough berichtet in Oyun Al-Akhbar Al-Reza von Abubakr Souli, der von Abuzar Kuwan und dieser von Ibrahim bin Abbas Souli berichtete: Die Baiʿa mit Imam Reza –gegrüßt sei er- ereignete sich am 5. Ramadan des Jahres 201 im Mondkalender.
Scheich Mofid und Abolfaradsch Isfahani schrieben: Ma´mun befahl im Namen von Imam Reza Münzen zu prägen; Ishagh bin Musa befahl er die Kusine zu heiraten und im gleichen Jahr eine Pilgerfahrt anzutreten und in jeder Stadt in Namen von Imam Reza als Thronfolger eine Ansprache zu halten. Abolfaradsch berichtet: Das erzählte mir Ahmad bin Mohammad bin Said. Scheich Mofid berichtete: Ahmad bin Mohammad bin Said zitierte Yahya bin Hassan Alawi: Von Abdelhamid bin Said habe ich vernommen, dass er in diesem Jahr auf dem Minbar des Propheten eine Ansprache gehalten hat. Dann betete er für den Imam: O Herr! Lasse den Thronfolger und Imam der Muslime, Ali bin Musa bin Dschafar bin Mohammad bin Ali bin Hussein bin Ali bin Abi-Taleb, erfolgreich sein.

Zu den Dichtern, die über den Imam Gedichte gesagt haben, gehörte auch Daabal bin Ali Khazai, Gott möge ihn segnen. Als er vom Imam empfangen wurde, sagte er: Ich habe ein Lobgedicht gesagt und mir selbst versprochen, es vor euch zu lesen und sonst für niemanden. Er Imam bot ihm einen Platz an und als die Zahl der Anwesenden sank, sagte er dem Dichter: Lies dein Gedicht vor. Daabal begann mit den ersten Versen und las dann das ganze Lobgedicht vor. Als er das Gedicht beendete, stand der Imam auf und ging in sein Zimmer. Dann schickte er über einen Diener einen Pelz für Daabal, in dem sich 600 Dinaren befanden. Dem Diener sagte er: Richte Daabal aus, dass er dieses Geld mit auf die Reise nehmen und mich entschuldigen soll. Daabal sagte zum Diener: Bei Gott, ich will kein Geld, denn dafür bin ich nicht hier. Doch gib mir ein Gewand des Imam.
Imam Reza schickte das Geld nochmals Daabal zu: Nimm dieses Geld! Er gab Daabal auch eines seiner Kleidungsstücke. Daabal verließ das Haus und erreichte die Stadt Qom. Als die Menschen dort das Gewand bemerkten, wollten sie es ihm für 1000 Dinaren abkaufen, doch er verkaufte nicht und sagte: Ich werde nicht mal ein kleines Stück davon für 1000 Dinaren hergeben. Dann verließ er Qom. Eine Gruppe verfolgte ihn und nahm ihm das Gewand ab. Daabal kehrte nach Qom zurück und sprach mit der Gruppe, um das Gewand zurück zu bekommen. Die Leute sagten: Wir geben dir das Gewand nicht, aber wenn du willst, kannst du die 1000 Dinaren bekommen. Daabal sagte: Dann gebt mir die 1000 Dinaren und ein Stück von der Kleidung.

Handschrift des Abkommens, in dem Ma´mun die Thronfolge auf Imam Reza übertragen hat:
Ma´mun hat in eigener Handschrift den Vertrag zur Thronfolge von Imam Reza niedergeschrieben und von Zeugen unterschreiben lassen. Imam Reza hat ebenfalls dieses Dokument unterschrieben. Historiker sind sich über dieses Dokument einig. Ali bin Isa Arbali berichtete in Kaschful Ghameh: Im Jahr 670 besuchte uns ein Verwandter in der Stadt Maschhad. Er trug bei sich ein Abkommen mit der Handschrift von Ma´mun. Auf der Rückseite des Dokuments war die Handschrift von Imam Reza zu lesen. Ich küsste die Schrift des Imam und las seine Worte, die mir wie ein Segen waren. Hier berichte ich nun vom Wortlaut des Abkommens:
„Im Namen Gottes, des sich Erbarmenden, des Barmherzigen. Das ist ein Brief, den Abdullah bin Haroun Al-Raschid, der Herr der Gläubigen, seinem Thronfolger Ali bin Musa bin Dschafar geschrieben hat. Gott erhob den Islam als Religion und wählte unter seinen Geschöpfen einen Propheten, der die Menschen zu ihm aufruft, jeder Prophet gab Kunde von seinem Nachfolger und jeder Prophet hat seinen Vorgänger bestätigt. Bis zum letzten Propheten ist einige Zeit vergangen, die Wissenschaften sind veraltet und Gottes Wort wurde nicht mehr offenbart und die Zeit zum jüngsten Tag wurde verkürzt, bis Mohammad.
Gott hat mit ihm die Kette der Propheten beendet und ihn bezeugen lassen und ihm sein heiliges Buch offenbart, ein Buch, dass nichts Falsches darin Eingang finden wird; es ist eine Offenbarung Gottes, für das, was erlaubt ist und was unerlaubt ist, es ist Hoffnung und Furcht, es ruft zum Guten auf und hält vom Bösen ab. Es kann nicht falsch ausgelegt werden, damit es ein deutliches Zeichen ist für die Menschen, die sich verirren, und jene, die das Licht der Führung zum ewigen Leben gefunden haben, einen deutlichen Beweis dafür haben. Und Gott ist mit Sicherheit der Wissende, der alles hört. So überbrachte der Prophet die Botschaft Gottes und rief sie durch Philosophie, Ratschläge und freundlichen Disput zu Gott auf, dann wurde er mit dem Dschihad und Kampf gegen die Feinde der Religion beauftragt, bis er schließlich von Gott zu sich gerufen wurde.
Als die Zeit der Propheten vorüber war und die Aufgabe Mohammads erfüllt, sollten die Angelegenheiten der Muslime durch das Kalifat geregelt werden und darin lag auch ihre Würde und Stärke. Der Kampf für Gott ist ein Gebot, durch das die Regeln und Lehren und Sitten Gottes aufrecht gehalten werden und der Kampf richtet sich gegen die Feinde der Religion. Daher ist es die Pflicht der Kalifen, die Religion und die Geschöpfe Gottes zu beschützen und darin Gottes Gebote zu befolgen und es ist an die Muslime, sich dem Kalifen zu fügen und ihn zur Verbreitung der Gerechtigkeit, der Sicherheit der Wege, Schutz von Leben und Verbesserung der Menschen sowie ihrer Einheit durch Freundschaft zu unterstützen. Wenn sie sich nicht daran halten, wird ihre Geschlossenheit aufgelöst und schwankend werden, die Gesellschaft wird das spüren, die Religion wird scheitern und die Feinde werden gewinnen und so wird im Dies- wie im Jenseits nur Schaden sein.
Daher ist es an jene, die Gott als seine Nachfolger auf Erden und zu Vertrauten für die Menschen ernannt hat, dass sie sich für Gott einsetzen und das tun, was ihn zufriedenstellt und sich auf das vorbereiten, was in Übereinstimmung mit Gottes Geboten und Verantwortung liegt und das verrichten, was Gott ihnen aufgetragen hat, gerecht und rechtschaffen, so wie Gott zu David sagt:
O David! Wir haben dich zu unserem Statthalter auf Erden gemacht, also richte gerecht unter den Menschen, befolge nicht deine Gelüste, denn sie werden dich von Gottes Weg abbringen, und jene, die von Gottes Weg abkommen, sie werden eine harte Strafe erleiden, denn sie haben den Tag der Abrechnung vergessen.
Und Gott ließ verkünden: So bei deinem Gott, wir werden alle Menschen für das, was sie tun, zur Rechenschaft ziehen.
Und es wurde berichtet, dass Omar bin Khatab sagte: Wenn am Ufer des Euphrat ein Lamm verloren geht, befürchte ich, dass Gott mich dafür bestrafen wird und bei Gott, jeder Mensch trägt eine große Verantwortung für jene, die zwischen ihm und Gott stehen. Wie ist es für jene, die eine gesellschaftliche Verantwortung tragen? Hier muss auf Gott vertraut werden und man muss sich ihm zuwenden, der uns beschützen kann und seine Beweise uns vor Augen halten kann; in der Zufriedenheit Gottes liegen das Wohl und der Segen Gottes. Unter den Menschen wird jener zum Kalifen, der mehr als andere siegt und für die Religion Gottes und seine Geschöpfe mehr Wohl fordert, sich an die Schrift und die Sitten des Prophet hält und mit aller Kraft und sich vollständig auf jene konzentriert, für die er die Verantwortung übernimmt und jenen zur Führung der Muslime wählt, der nach ihm die Dinge verwalten kann, der sie mit Liebe um sich sammeln kann und ihre Zerstreutheit beenden kann und ihr Leben wertvoll schätzt. Der in Gottes Namen die Zwietracht unter den Menschen verhindert und beseitigt, ihnen Ruhe schenkt und sie von Korruption und Falschheit und Feindseligkeit untereinander abhält und die Tücken des Satans von ihnen fernhält. Denn Gott hat mit seinem Kalifat auch einen Thronfolger zur Ergänzung der Sache der Religion und für das Wohl der Muslime festgelegt. Er hat die Kalifen angewiesen, eine Person dafür zu wählen, der den Segen Gottes und Wohl für sie bringt. Gott wird die List der Feinde und der Zwietrachtsäenden zunichtemachen. Seit das Amt des Kalifen nun dem Herrn der Gläubigen übertragen ist, hat er die schwere dieser Bürde erfahren und weiß nun um die schwere Verantwortung des Kalifen Gott gegenüber und bezüglich seiner Religion. Daher setzt er sich stets für die Erhabenheit der Religion, Entwurzelung der Ketzer und das Wohl des Volkes und Verbreitung der Gerechtigkeit und der Lehren des heiligen Buches und der Sitten ein, hält die Augen offen und denkt viel nach. Das Nachdenken über seine Verantwortung raubt ihm die Ruhe und Gelassenheit, denn er weiß, wonach ihn Gott fragen wird und er möchte gern im Antlitz Gottes der Gute und Rechtschaffene sein, was die Religion und Gottes Geschöpfe anbelangt. Er möchte als Thronfolger eine Person wählen, die sich um das Wohl der Menschen sorgt und in der Religion, Tugend und im Wissen anderen überlegen ist und sich für Gott erhebt und von dem mehr erwartet wird, dass er Gottes Gesetze aufstellt.
So betete er Tag und Nacht zu Gott und bat ihn um ein Zeichen, um den richtigen Nachfolger zu wählen, der von Gott akzeptiert wird. Der Kalif beobachtete dazu die Söhne der Häuser Abdullah bin Abbas und Ali bin Abi-Taleb und prüfte die Bekanntesten unter ihnen zu ihrem Wissen und Religion und ihrer Persönlichkeit, bis er alles über sie erfahren hatte und prüfte alles, was er über sie gehört hatte und bat Gott um seinen Segen und setzte sich stark für Gottes Gebote und der Rechte der Bevölkerung ein und wählte schließlich Ali bin Musa bin Dschafar bin Mohammad bin Ali bin Hussein bin Ali bin Abi-Taleb zu seinem Nachfolger. Denn sein Wissen, seine Keuschheit, seine Tugend und die Ignoranz gegenüber der Welt und seine Demut gegenüber Menschen übertrafen alle anderen. Dem Kalifen wurde klar, dass alle nur Gutes über sein Wissen sagten und alle die gleich gute Meinung von ihm hatten und er in seiner Kindheit und Jugend und im Alter stets für sein Wissen bekannt war, daher wurde die Nachfolge des Kalifen in Vertrauen auf Gott auf ihn übertragen. Gott weiß, dass er dies getan hat, um sich selbstlos der Sache Gottes und der Religion, des Islam und der Muslime zu widmen und sich für das Wohl der Muslime und das Recht und für die Rettung der Menschen am Jüngsten Tag einzusetzen. Nun ruft der Herr der Gläubigen seine Söhne, Verwandten und Verbündeten, seine Befehlshaber und Bediensteten auf, in Freude und Fröhlichkeit die Gefolgschaft und Loyalität dem Nachfolger zu geloben. Sie sollen wissen, dass der Herr der Gläubigen die Befolgung von Gottes Geboten über die eigenen Wünsche über Kinder und Verwandte stellt und daher hat er dem Nachfolger den Namen Reza gegeben. Denn er ist vom Herrn der Gläubigen gewählt worden, daher gelobt ihm, die ihr seine Verwandten und Vertrauten seid, und die in seiner Stadt leben und zu den Befehlshabern und Militärs gehört, im Namen Gottes und im Namen seines Segens die Gefolgschaft. Dieses Gelübde soll mit offenen Armen und offenen Herzen geschehen, und wisset, dass der Herr der Gläubigen dies zur Befolgung von Gottes Gebot und für das Wohl von euch bewerkstelligt hat. Dankt Gott, der mich diese Pflicht erfüllen ließ, denn euer Wohl und euer Aufstieg ist mir wichtig. Dieser Schritt wird euch näher zusammenrücken, eure Grenzen und euren Glauben stärken und die Feinde niederschlagen. Die Nutzen werden auf euch selbst zurückfallen. Eilt zum Gebote Gottes und Befehl des Herrn der Gläubigen, denn darin werden euer Wohl und eure Sicherheit liegen und dankt Gott dafür, denn wenn er will, werdet ihr den Nutzen haben.“
Diesen Brief schrieb Abdullah Ma´mun am Montag, den siebten Ramadan 201 im Mondkalender.
Auf der Rückseite des Dokuments schrieb Imam Reza in eigener Handschrift:
„Im Namen Gottes, des sich Erbarmenden, des Barmherzigen. Gott sei gepriesen, denn sein Wille geschehe. Seinem Befehl kann sich nichts widersetzen und seinem Schicksal nichts in den Weg stellen. Den Verrat in den Augen und die Geheimnisse in den Herzen kennt er und sein Gruß und Segen mögen seinem letzten Gesandten Mohammad und seinen reinen Nachkommen zuteilwerden.
Ich, Ali bin Musa bin Dschafar, verkünde hier: Gott möge dem Herrn der Gläubigen einen festen Schritt bei der Verrichtung seiner Aufgaben geben und ihm den rechten Weg zum Wohl weisen, denn er erkannte das, was andere von unserem Recht erkannt haben. Er verband wieder die getrennten Bande unter den Verwandten und gab den verunsicherten Herzen die Sicherheit zurück. Er gab den Leblosen wieder neues Leben und den Armen Wohl und Reichtum, das alles nur für die Zufriedenheit Gottes, und er forderte kein Lob dafür, denn Gott wird die Tugendhaften ausreichend belohnen. Er hat mir die Thronfolge und das große Amt des Kalifen überlassen, so dass ich diese Ämter, wenn ich ihn überleben sollte, übernehmen werde. Wer sich also diesem Bund widersetzt und diese Bande, die von Gott geflochten sind, zerreißt, der hat Gottes Gebot gebrochen und damit hat er den Imam erniedrigt und den Islam geschändet.
Das Verhalten der Vorgänger war dem ähnlich. Sie haben geduldig die Verirrungen ertragen und nicht gegen die Schwächen und Schäden protestiert, denn sie fürchteten sich vor der Zerstreutheit der Muslime und ihrer fehlenden Einheit. Diese Furcht ging davon aus, dass die Menschen dem Zeitalter der Unwissenheit noch nahe waren und die Heuchler darauf warteten, einen Weg zur Zwietracht zu finden. Ich nehme Gott als Zeugen, dass ich als Führer der Muslime und im Amt des Kalifen so unter den Muslimen und besonders den Söhnen von Abbas verfahren werde, wie es die Gebote Gottes und seines Propheten gebieten. Kein ehrenhaftes Blut soll vergossen, kein Ehre und kein Eigentum soll verloren gehen, es sei denn Gottes Gebote lassen das zu und die Religion gebietet das. Ich werde mich soweit es in meiner Möglichkeit steht dafür einsetzen, dass fähige und kompetente Leute in Ämter gewählt werden und bestehe auf diesem Gelübde, denn ich bin vor Gott dafür verantwortlich und er hat gesagt: Haltet euch an euer Versprechen, an das ihr gebunden seid. Wenn ich den göttlichen Geboten etwas Neues hinzufüge, sie ändere oder verdrehe, dann soll mich die Strafe Gottes ereilen. Ich suche Schutz bei Gott vor seinem Zorn, ich wende mich freiwillig und offen ihm zu und bete um Seinen Segen und darum, dass er sich zwischen mir und meinem Ungehorsam stellt und dass er die Muslime zum Wohl führt. Ich weiß nicht, wie die Zukunft für mich und euch aussieht. Das Urteil gehört Gott, der rechtschaffen urteilen wird, er ist der beste Richter. Ich habe aber den Befehl des Herrn der Gläubigen befolgt und dieses Amt übernommen und mich für seine Zufriedenheit entschieden. Gott schütze mich und ihn. Ich nehme Gott zum Zeugen und er wird mein Zeuge sein.
Dieses Schreiben wurde im Beisein des Herrn der Gläubigen, Gott möge ihm langes Leben schenken, Fazl bin Sahl und Sahl bin Fazl und Yahya bin Akssam und Abdullah bin Taher und Samameh bin Aschras und Baschar bin Motamer und Hamad bin Naaman im Monat Ramadan im Jahr 201 in eigner Handschrift verfasst.“

Zeugen der rechten Seite

Yahya bin Akssam bezeugte das Schreiben auf der Rückseite und rief Gott auf, dem Herrn der Gläubigen und allen Muslimen zur Feier dieses Abkommen beizustehen. Abdullah bin Taher schrieb in eigner Handschrift am Datum des Schreibens seine Bestätigung. Hamad bin Naaman hat auf der Vorder- und Rückseite seine Unterschrift gesetzt und Baschab bin Motamer hat die Schrift am gleichen Datum bestätigt.
 
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