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2/2/2014  
Zwangsauswanderung nach Bagdad

 
Zwangsauswanderung nach Bagdad

Damit entstand nach und nach die Grundlage zur Akzeptierung der Führungsrolle des Imam. Der Abbassiden-Kalif aber sah das nicht gern. Denn damit wurde, wie zu Zeiten Imam Rezas, seine Legitimität in Frage gestellt. So rief er ihn zu sich nach Khorassan, um zu verhindern, dass er unter den Schiiten Anhänger findet. Ein Jahr nach dem Märtyrertod von Imam Reza schrieb Ma`mun auf seiner Reise von Khorassan nach Bagdad einen Brief an Imam Mohammad Taqi, um sich reuevoll zu zeigen und die Hände vom Mord an Imam Reza reinzuwaschen. In dem Brief hat er mit großem Respekt und Achtung den Imam zu sich gerufen.

Kalifen zu Zeiten des Imam
1. Mohammad Amin bin Haroun – bis 198 im Mondkalender, vor dem Imamat
2. Ma`mun bin Haroun – von 198 bis 218 im Mondkalender, bis 203 vor dem Imamat von 203 bis 218 nach Imamat
3. Mo`tasem Abbasi – ab dem 17. Radschab bzw. Schaaban 218

Die Kalifen zu Zeiten des Imams und die Konfrontation mit ihnen:
Während der Zeit seiner Führung (Imamat) sah sich Imam Dschawad zwei Abbasiden-Kalifen gegenüber; die meiste Zeit, etwa 15 Jahre, kämpfte er gegen Ma`mun und der Rest, etwa 2 Jahre, fielen in die Zeit von Mo`tasem. Ma`mun, der wegen dem Mord an Imam Reza in Verruf geraten war und seine Herrschaft schwankte, konnte es sich nicht leisten, den neuen Imam unter Druck zu setzen. Daher versuchte er, auch mit Blick auf die Macht der Schiiten zu jener Zeit, die Lage ruhig zu halten.
Ein Zeugnis für die Macht der Schiiten ist in jener Zeit zu erkennen, als Imam Dschawad den Märtyrertod findet und seine Anhänger seinen Leichnam aus dem Haus brachten. Sie hatten ihre Schwerter auf die Schultern gelegt und einen Todeseid geleistet, so verhinderten sie den Beschluss des Kalifen, der verhindern wollte, dass dem Imam das letzte Geleit gegeben wird. Der Gelehrte Mohammad Hussein Mozafar schrieb: „Aus solchen Ereignissen erkannte man, dass die Schiiten im Bagdad jener Zeiten eine große Gemeinde bildeten und von großer Macht waren.“
Die Schwäche der Zentralregierung und die Aufstände haben dazu geführt, dass Ma`mun seinen Regierungssitz nach Bagdad verlegt. Die Schwäche der Regierung war offensichtlich und deshalb war der Kalif gezwungen den Imam zu dulden. Die Freundlichkeit gegenüber dem Imam war keine Herzenssache, sondern nur ein Mittel, um die weitere Untergrabung seines Herrschaftssystems und weitere Aufstände zu verhindern. Aus diesem Grund kann man auch nicht sagen, dass der Imam vom Kalifen überlistet oder instrumentalisiert wurde.
Imam Dschawad genoss einen so hohen Stellenwert unter den Schiiten in der ganzen islamischen Welt, dass der Kalif aus Furcht vor ihm gezwungen wird, wie auch bei seinem Vater zuvor, die Macht mit ihm zu teilen. Der Imam akzeptiert das und nimmt die Thronfolge an. Seine einzige Bedingung ist jedoch in kein Regierungsgeschäft einzugreifen, niemanden zu ernennen, abzusetzen, zu beurteilen etc. Diese Bedingung stellte aber die Legitimität des Kalifen in Frage. Das Spiel wurde von Seiten des Kalifen begonnen, doch es zeigte seine Schwäche gegenüber dem Einfluss und der Macht des Imam über die Menschen. Mit seinen Bedingungen zeigte der Imam, dass er nur zum Schein die Thronfolge angenommen hatte. Damit vereitelte er den Plan des Kalifen, mit seinem Namen sich Legitimität zu verschaffen. In diesem Licht kann auch die Zwangsehe des Imam mit der Tochter des Kalifen betrachtet werden. Der Kalif gibt zwar an, vom Wissen des Imam verzaubert zu sein. Doch manche meinen, dass der Imam nachgegeben hat, um die Sicherheit der Schiiten zu gewährleisten. Damit berücksichtigte er die Sicherheit und das Wohl von mindestens 44.000 Anhängern der Schiiten und der Bani-Haschem-Sippe, die in Hidschaz, Irak, in der Levante und Iran zerstreut und von Ma`mun zu sich bestellt und als Bedienstete eingestellt waren.  
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