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2/2/2014  
Einige Geschichten aus dem Leben vom Imam Reza –gegrüßt sei er

 
Einige Geschichten aus dem Leben vom Imam Reza –gegrüßt sei er

Das Leben von Imam Reza ist erfüllt von strahlenden Momenten, die seine Anhänger noch näher an ihn rücken lassen. Das Buch „Divan Gottes“ von Naimeh Dustar nach wahren Begebenheiten und stichfesten Unterlagen geschrieben; daraus haben wir einige Geschichten ausgewählt:

Das Haar des Propheten
Der Nachfahre eines Gefährten des Propheten, der Ansār, kam zu Imam Reza und übergab ihm ein silbernes Kästchen und sagte: „O Herr! Ich habe euch ein Geschenk gebracht, das ohnegleichen ist.“ Er öffnete dann das Kästchen und sagte: „Das sind sieben Haare des Propheten, die mein Ahne mir vererbt hat.“ Der Imam suchte vier der sieben Haare aus dem Kästchen und sagte. „Nur diese vier Haare sind vom Propheten.“ Der Mann schaute erstaunt und etwas eingeschnappt zum Imam, sagte aber nichts. Der Imam bemerkte, dass das dem Mann nicht so recht gefallen hat. Er nahm die drei übrigen Haare, hielt sie über das Feuer, die sofort verbrannten. Dann hielt er die vier anderen Haare über die Flamme, sie begannen sofort zu glänzen, so dass ihr Lichtstrahl das Gesicht des Mannes erhellte.

Gespräch des Imams mit dem Spatz
Erzähler ist Suleiman, ein Gefährte des Imam Reza –gegrüßt sei er.
Imam Reza hatte außerhalb der Stadt einen Garten. Dort ging er manchmal hin, um sich erholen. Eines Tages begleitete ich den Imam. Gegen Mittag flog ein kleiner Spatz aufgeregt von einem Ast zum Imam. Sein kleiner Schnabel öffnete und schloss sich und es gab unverständliche Laute von sich. Es schien, dass es mit seinem Piepsen dem Imam etwas mitteilen wollte.
Der Imam begann zu gehen und sagte mir: „Suleiman! Dieser Spatz hat hier unter dem Dach sein Nest. Eine Giftschlange hat seine Küken angegriffen. Beeile dich und hilf ihnen.“
Ich, ganz erstaunt, stand auf, nahm einen langen Stock und lief zum Iwan, stolperte aber über die Stufen, so dass ich fast hingefallen wäre.
Dann fragte ich: „Wie habt Ihr verstanden, was der Spatz sagt?“ Der Imam erwiderte: „Ich bin Gottes Zeichen und Beweis. Reicht das nicht aus?“

Gastfreundschaft des Imam
Erzähler ist eine Person, die dem Imam nahe stand.
Er sagte: „Es war eine schwere Reise, die fast einen Monat dauerte.“
Imam Reza erwiderte: „Sei willkommen!“
„Verzeiht meine Verspätung. Die Not hat mich gezwungen, zu dieser ungelegenen Stunde euch zu belästigen“, sagte der Mann. Der Imam lächelte und sagte: „Das ist kein Problem. Unsere Familie ist sehr gastfreundlich.“
Plötzlich wurde die Flamme in der Lampe immer kleiner, bis sie schließlich erlosch. Der Gast wollte Öl in den Behälter gießen, als der Imam sacht seine Hand zurückzog und selbst Öl auffüllte. Der Mann sagte: „Ich bitte um Verzeihung. Ich wollte nicht so viel Ungemach anrichten.“
Der Imam, der mit einem Stück Stoff das Öl von seiner Hand wischte, sagte: „Wir sind keine Familie, die dem Gast Ungemach bereitet.“

Schwarze Wolken
Erzähler: Hussein bin Musa
Ich hatte meine Zweifel; nicht an der Person Imam Rezas –gegrüßt sei er, nein! Ich konnte nur nicht glauben, dass die unfehlbaren Imame über Dinge Beschied wissen können, die erst später passieren.
An jenem Morgen habe ich in Begleitung Imam Rezas Medina verlassen. Unterwegs dachte ich, wie gut es doch wäre, wenn ich den Imam mal auf die Probe stellen könnte. In solche Gedanken versunken, fragte mich der Imam: “Hussein! Hast du etwas dabei, das dich vor dem Regen schützt?“
Ich dachte, der Imam scherze mit mir, als ich ihm aber ins Gesicht sah, fand ich kein Anzeichen von Scherzen. Ich erwiderte unsicher: Wie meint Ihr? Regen? Heute ist kein Flecken Wolken am Himmel zu sehen.“
Ich war mit meinem Satz noch nicht fertig, als ein Regentropfen auf mein Gesicht landete. Ich war höchst erstaunt.
Als ich nach oben sah, blieb mir das Wort im Mund stecken. Schwarze Wolken zogen auf und sammelten sich genau an jenem Ort über uns, wo wir uns befanden. Nach einigen Augenblicken regnete es so heftig, das wir zur Rückkehr in die Stadt gezwungen wurden.

Köstliches Getränk
Erzähler: Abu Haschem Dschafari
Ich lauschte auf die Worte des Imam. Es war warm und die Mittagssonne schien unerbittlich auf uns herab. Der Durst fraß sich durch meinen Leib. Doch die Scham in Anwesenheit des Imam, verhinderte, das Wort des Imam zu unterbrechen und Wasser zu verlangen. Dann aber hielt der Imam in seiner Rede ein und sagte: „Bringt etwas Wasser!
Der Diener brachte Wasser. Um mir die Verlegenheit zu nehmen, trank er selbst etwas davon und gab mir dann das Wasser weiter; ich nahm es und trank.
Aber nein! Ich konnte die Situation nicht mehr ertragen. Das Wasser hatte meinen Durst nicht stillen können. Aber es gehörte sich auch nicht, nochmals nach Wasser zu verlangen. Doch der Imam warf wieder einen Blick auf mich und unterbrach seine Rede: „Bringt etwa Mehl, Zucker und Wasser!“
Der Diener brachte das Gewünschte und der Imam gab das Mehl ins Wasser und etwas Zucker noch dazu. Damit hatte der Imam mir ein Getränk gemacht: Aus Scham oder Freude, ich vergaß jedenfalls mich dafür zu bedanken. Möglicherweise hatte ich sogar mich selbst vergessen. Mit den Worten von Imam Reza –gegrüßt sei er- hielt ich meine Hand zum Getränk aus.
„Es ist ein köstliches Getränk. Trink Abu Haschem! Trink, damit dein Durst gestillt wird!“


Ihr seid mein Imam
Erzähler: Ein Freund von Ibn Abi Kassir
Der Märtyrertod von Imam Musa Kazem –gegrüßt sei er- hatte alle schockiert. In dem Jahr begab ich mich zur Pilgerreise und Besuch der Verwandten nach Mekka.
Eines Tage traf ich den Imam an der Kaaba. Ich sagte mir: „Gibt es jemanden, dessen Gehorsam uns Pflicht ist?“
Ich war mit meinen Gedanken noch nicht zu Ende, als Imam Reza ein Zeichen gab und sagte: „Bei Gott! Ich bin derjenige, dessen Gehorsam von Gott zur Pflicht gemacht wurde.“
Ich war wie versteinert. Zunächst dachte ich, ich hätte laut gedacht. Aber als ich mich recht besann, erinnerte ich mich, dass ich nicht mal meine Lippen bewegt hatte. Mit Scham schaute ich auf den Imam und sagte: „O Herr, ich habe gesündigt. Verzeiht mir! Ich erkenne euch nun. Ihr seid mein Imam und Führer.“
Als Ibn Abi Kassir diese Stelle erreichte, schaute ich auf ihn. Er konnte nicht schlucken und hatte einen Knoten im Hals.

Die letzte Umkreisung der Kaba
Erzähler: Mowafagh (ein Bediensteter des Imam)
Imam Dschawad –gegrüßt sei er- war fünf Jahre alt. Das war seine letzte Reise in Begleitung von Imam Reza nach Mekka und zur Kaaba. Ich erinnere mich noch gut …
Ich hatte Imam Dschawad auf meinen Schultern und kreiste um das Haus Gottes. Bei einer Umkreisung wollte Imam Dschawad, dass ich am Schwarzen Stein (Hadschar-ul Asswad) stehenbleibe. Zunächst sagte ich nicht; dann konnte ich ihn nicht mehr dazu bringen, sich zu erheben. Traurigkeit überzog das kleine und schöne Gesicht. Ich fand mit großer Mühe Imam Reza und erzählte ihm den Vorfall. Der Imam begab sich zum Schwarzen Stein. Ich kann mich noch sehr gut an das Gespräch zwischen Vater und Sohn erinnern. „Mein Sohn! Warum kommst du nicht?“
„Nein Vater! Erlaube mir einige Fragen. Dann werde ich euch begleiten.“
„Frag nur!“
Vater! Liebt Ihr mich?“
„Natürlich, mein Junge.“
„Kann ich noch eine Frage stellen?“
„Sicher doch!“
„Warum ist die Umkreisung der Kaaba heute so anders als immer? Als ob es euer letzter Besuch heute hier ist.“
Ein schweres Schwiegen legte sich auf die Lippen des Imam. Ich musste an die Reise des Imam nach Khorassan denken. Ich blickte auf sein Gesicht. Mir kamen Tränen in die Augen. Der Imam nahm seinen Sohn in die Arme. Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten …

Eine Frage, die wir vergessen hatten
Erzähler: Ismail bin Mehran
Ahmed Bazanti und ich sprachen im Dorf Sariyah über das Alter von Imam Reza –gegrüßt sei er. Ich bat Ahmed darum, mich daran zu erinnern, den Imam danach zu fragen.
Eines Tages hatten wir dann die Ehre, den Imam zu treffen. Da hatten wir aber diese Sache schon völlig vergesse; doch der Imam fragte Ahmed, sobald er ihn sah: „Ahmed … wie alt bist du?“
„39“
Der Imam erwiderte: „Ich bin aber 44 Jahre alt.“

Auf zur fremden Stadt
Erzähler: Sadschestani
Es war merkwürdiger Tag. Der Gesandte des Abbassiden-Kalifen, Ma`mun war gekommen, um den Imam von Medina nach Khorassan zu holen. Gesicht und Bewegungen des Imam wiesen alle auf Trennung hin. Als er sich vom Propheten an seinem Grabmal verabschieden wollte, ging er einige Male zum Mausoleum und wieder zurück; er konnte die Trennung anscheinend nicht ertragen.
Ich konnte es nicht mehr ertragen, ging vor und grüßte. Ich gratulierte dem Imam, der an Stelle von Ma`mun Kalif werden sollte, doch der Imam vergoss Tränen, was mir das Herz zeriss. Bitteres Schweigen umhüllte seine Lippen. Dann sagte er: „Schau mich gut an! Ich bin auf dem Weg in eine fremde Stadt und mein Tod wird dort sein. Sadschestani! Mein Körper wird neben dem von Haroun, dem Vater von Ma`mun, beigesetzt werden.“

Der alte Kelim im Zimmer
Erzähler: Na`man bin Sa`d
Ich saß neben Imam Ali –gegrüßt sei er. Er warf einen Blick auf mich und sagte: „Na`man! Jahre später wird einer meiner Nachfahren in Khorassan mit einem tödlichen Gift den Märtyrertod finden. Sein Name ist meiner, Ali. Sein Vater trägt den Namen des Sohnes von Imran, nämlich Musa. Wisse, dass jeder, der sein Grab besucht, Gott ihm alle Sünden bis zu diesem Zeitpunkt erlässt. Behalte das gut in Erinnerung!“
Imam Ali beendete sein Wort und ich schwieg und starrte auf den alten Kelim im Raum. Ich sagte mir: „So weit, so gut! Aber warum soll ich sündigen, damit ich dann Imam Rezas Grabmal aufsuchen muss, damit mir die Sünden verziehen werden? Ich sollte doch die Nachfahren des Propheten um meiner Liebe zu ihnen besuchen.“
Ich sah auf den Imam. Er schien mit seinem Lächeln mein Ansinnen zu bestätigen.

Du bist in unserer Erinnerung
Erzähler: Abdullah bin Ibrahim Ghaffari
Es waren schwierige Zeiten für mich und ich hatte kein Geld.
Einer meiner Gläubiger hatte mich unter Druck gesetzt, damit ich meine Schulden an ihn zurückzahle. Ich machte mich auf den Weg Richtung Sariyah, um Imam Reza –gegrüßt sei er- zu besuchen. Ich wollte ihn bitten, mir eine kleine Frist bei meinem Gläubiger zu vermitteln.
Als ich ankam, war der Imam beim Essen. Er lud mich zum Essen ein. Danach sprachen wir über dieses und jenes und ich vergaß vollkommen, warum ich überhaupt da war. Nach einer kurzen Weile deutete der Imam an, dass ich die Ecke des Gebetsteppichs neben mir anhebe. Darunter befanden sich 340 Dinaren und ein Zettel auf dem geschrieben stand: „Es gibt keinen Gott außer Allah, Mohammad ist sein Prophet und Ali sein Imam und Nachfolger.“ Auf der anderen Seite des Zettels las ich dann folgende Zeilen: „Ich habe dich nicht vergessen. Begleiche mit diesem Geld deine Schulden und den Rest behalte für deinen Lebensunterhalt.“

Der Berg und der Topf
Erzähler Aba-Sallat Herawi
Wir trafen mit dem Imam in Merv ein. In der Nähe von Deh-Sorkh machten wir Halt. Der Muezzin der Karawane warf einen Blick auf die Sonne und sagte gerichtet an den Imam: „Herr! Es ist Mittag.“
Der Imam stieg ab und forderte Wasser. Wir warfen einen Blick auf die Wüste, kein Wasser weit und breit. Besorgt kehrten wir zurück. Doch vor Staunen konnten wir keinen Ton herausbringen. Der Imam hatte etwas im Sand gegraben und da sprudelte eine Quelle.
Wir trafen dann in Sanabad ein. In der Nähe befand sich ein Berg. Aus dem Stein von diesem Berg fertigte man Steintöpfe an. Der Imam lehnte sich an einen Felsen und sagte gen Himmel: „O Herr! Segne das Essen, das die Menschen in den Töpfen aus dem Stein dieses Berges kochen!“
Ich glaube, Gott hat auf Grund dieses Gebets des Imams den Berg besonders gesegnet. Denn danach wollte der Imam nur jene Speisen zu sich nehmen, die in den Steintöpfen von diesem Berg angerichtet wurden.
Am Tag danach machte sich der Imam auf den Weg zu einem Ort, an dem Haroun, der Vater von Ma`mun, dort begraben war. Die Regierungsschergen riefen, man solle dem Imam Platz machen; er wolle das Grabmal von Haroun besuchen. Doch der Imam hat mit einer einfachen Reaktion diese Finte der Schergen vereitelt. Er stellte sich neben dem Grab von Haroun, zog mit dem Finger einen Strich daneben und sagte zu uns: „Das hier wird mein Grab sein. Unsere Anhänger und Schiiten werden hierher kommen und mich besuchen. Jeder, der mein Grab besucht, wird von Gott gesegnet sein.“
Dann stellte er sich gen Mekka auf und verrichtete sein Gebet. Er setzte die Stirn auf den Boden und flüsterte in dieser Haltung lange zu Gott. Mir kamen Tränen in die Augen.  
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